Die Symphoniae Sacrae III von Heinrich Schütz von 1650 sind ein Gipfelwerk vokal-instrumentaler Kunst des deutschen Frühbarocks. Kein Geringerer als Johannes Brahms präsentierte dem kunstverwöhnten Wiener Publikum Mitte des 19. Jahrhunderts mit «Saul, was verfolgst du mich» eindrücklich die Modernität der Werke von Heinrich Schütz. Mit ihrer Fülle musikalischer Ideen, Klangpracht und Vielschichtigkeit erzählen sie biblische Geschichten von Jesus und seiner Familie und des Apostels Paulus. Die Kantate BWV 4 «Christ lag in Todesbanden» von Johann Sebastian Bach entstand vermutlich 1707 für sein Probespiel in St. Blasius in Mühlhausen und zeigt bereits alle Facetten seiner frühen Kompositionskunst. Das bildkräftige Szenarium des bekannten Lutherliedes erscheint im Gewand einer Choralpartita, als geistliches Gegenstück zur weltlichen Variationssuite. Beginnend mit einer Sinfonia und in enger Beziehung zwischen Stropheninhalt und musikalischer Formung, vollzieht sich Strophe für Strophe ein geistliches Drama, das die zentralen Themen Tod, Auferstehung und Erlösung nacherlebbar macht. Gemeinsam zeigt das Programm Bach eindrücklich, wie der junge Bach in einem lebendigen musikalischen Erbe steht. Schütz erscheint hier als zentraler Vorläufer – als Meister, dessen Sprache Bach aufnahm, vertiefte und weiterentwickelte.

Heinrich Schütz 1585 - 1672
aus: Symphoniae Sacrae III

Mein Sohn, warum hast du uns das getan,
SWV 401
Siehe, dieser wird gesetzt zu einem Fall, SWV 410
Saul, Saul, was verfolgst du mich?, SWV 415

Johann Sebastian Bach 1685 - 1750
Christ lag in Todes Banden, BWV 4

Collegium Vocale zu Franziskanern
Cappella Francescana
Ulrike Grosch, Leitung

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2025